Anerkennung statt Aufmerksamkeit
7. April 2008 von Dr. Kai-Uwe Hellmann
Am 8. Mai (und nicht morgen) fängt der 13. Trendtag in Hamburg an, veranstaltet vom Trendbüro. Das Topthema lautet “Identitätsmanagement”, Richard Florida ist Keynote-Speaker.
Der Untertitel dieser Veranstaltung heißt “Anerkennung statt Aufmerksamkeit”, und obgleich diese Selbstbesinnung der Aufmerksamkeitsökonomie absolut ins Schwarze trifft, bleibt die Frage, ob es tatsächlich mehr ist als bloß terminologische Mode, mehr als eine Ökonomie des Populären.
Denn so sehr erfolgreiches Identitätsmanagement darauf angewiesen ist, daß es Wechselwirkung gibt, ein Geben und Nehmen, Identitätsergatterung und Anerkennungsgewährung zugleich - da ohne hinreichende Anerkennung des Anderen sich dessen Identität nur unzureichend ausbilden kann, schlimmstenfalls sogar Stigmatisierung droht und wir dann “Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität” (Goffman) sprechen müßten -, so sehr steht in Frage, gerade wenn es um das Management von “Commercial Communities” geht, ob auch nur ansatzweise durchschaut wird, welches Ausmaß an Selbstverpflichtung damit einhergeht, nicht nur Aufmerksamkeit, sondern Anerkennung aufzubringen. Anders formuliert: Das Management von Identität durch Anerkennung ist vor allem eine Herausforderung an die Identität des Managements.
Besonders heikel wird dies, wenn es um die Illusion der Anerkennung als Person geht. Denn dies war bislang das Monopol der Familie. Und es gibt wohl kaum ein aufwändigeres Unterfangen, als einer Person als solche umfassende Anerkennung zuteil werden zu lassen. Nichts ist kostenintensiver, nichts riskanter.
Welches Verständnis von Anerkennung wird morgen also zur Debatte stehen? Welcher kleinster gemeinsamer Nenner wird am Ende des Tages übrig bleiben, wenn das operative Geschäft seinen Tribut zollt? Was bleibt, wenn sich der Trendtagungsnebel verzogen hat?
Hoppala - aber der Trendtag findet einen Monat später statt, am 8. Mai.
Sehr aufmerksam, war der Zeit wohl etwas voraus, vielen Dank