CC-Forschung
13. November 2007 von Dr. Kai-Uwe Hellmann
Das Forschungsprojekt „Commercial Communities“, angesiedelt am Institut für Soziologie der TU Berlin, beschäftigt sich mit einem vergleichsweise neuen Phänomen. Beispiele für “Commercial Communities” sind etwa
• „Imagined Communities” (Anderson 1983)
• „Virtual Community” (Rheingold 1993)
• „Communities of Practice” (Wenger 1998 )
• „Brand Community” (Muniz/O’Guinn 2001)
• „Media Communities” (Burda Konzern seit 2006)
Folgende Unterscheidungen bieten sich für diesen Phänomenen-Bereich an: kommerziell/nicht-kommerziell, offline/online und inklusiv/exklusiv, kontingent/nicht-kontingent, unvertraut/vertraut mit den jeweiligen Mischungsverhältnissen.
Das soziologisch Bemerkenswerte an dieser Entwicklung ist u.a. darin zu sehen, daß der „Community”-Begriff, wozu inzwischen auch im Deutschen des öfteren „Gemeinschaft“ gesagt wird, eine paradoxe Verbindung mit dem Ökonomischen eingeht, zieht man hierzu das Gemeinschaftsverständnis von Ferdinand Tönnies heran.
Denn Tönnies hat Gemeinschaft und Gesellschaft in eine strikte Opposition gestellt und diese Opposition idealtypisch an zwei Sozialformen veranschaulicht: an der Familie für Gemeinschaft und dem Markt für Gesellschaft.
Der paradoxe Effekt besteht nun offensichtlich darin, daß sich genau dort, wo Tönnies keinerlei Chancen für die Gemeinschaftsgenese gesehen hatte, nämlich im Markt, neuerdings solche Gemeinschaften bzw. „Communities“ ausbilden − deshalb auch die Sammelbezeichnung „Commercial Communities“, selbst wenn dies weiterhin sehr kritisch gesehen wird (vgl. Commercial Alert).
Diskussionsbeiträge hierzu finden sich bei abseits, John Barben, Wally Bock, Syed Kazim, Robert V. Kozinets, Hans-Jürgen Krysmanski, Roland Kühl-v. Puttkamer, Mayo Fuster Morell, Derek Powazek, Stephen Smoliar und Smack Inc.
Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wird es eine Tagung im Herbst 2008 in Berlin geben, die sich einerseits um eine systematische Analyse dieses Trends bemühen , andererseits eine Einordnung in bisherige Gemeinschaftskonzepte versuchen wird, von Ferdinand Tönnies über Joseph Gusfield bis hin zu Bernard Cova. Im Anschluß daran wird es ein spezielles Themencamp geben: das CommunityCampBerlin.
Außerdem werden Interviews mit Experten (u.a. Peter Fuchs, Patrick Gruban, Peter Herzog, Falk Richter) zu diesem Thema durchgeführt, es wird Besprechungen einzelner Bücher und Diskursstränge geben, und es soll durch diesen eigens eingerichteten Blog versucht werden, dieses Thema auch online zu verfolgen, themenspezifische Statements abzuholen, eine Blog-übergreifende Diskussion zu führen oder auch bloß zufällig Aufgeschnapptes weiterzugeben.
[...] CC-Forschung [...]
[...] beschäftigt sich Kai-Uwe Hellmann auf seinem Blog Commercial Communities. Ausgangspunkt ist ein Forschungsprojekt am Institut für Soziologie der TU Berlin, bei dem es um eben diese Commercial Communities geht. [...]
[...] zu guter letzt - für heute - reihen sich Commercial Communities von Dr. Kai Uwe Hellmann [...]
[...] Hellmann beschäftigt sich als Soziologe mit “Commercial Communities” und ist einer der wenigen deutschen Wissenschaftler, die (ganz im Sinne der Wissenschaft [...]